Eine Berufsunfähigkeitsabsicherung ist für jeden Erwerbstätigen unverzichtbar, sofern Sie mit Ihrem Arbeitseinkommen Ihre Existenz sichern und auch darauf angewiesen sind. Diese Absicherung ist so wichtig, da Statistiken zeigen, dass jeder vierte Arbeitsnehmer vor Erreichen des Renteneintritts berufs- oder erwerbsunfähig wird. Der Schutz, der von staatlicher Seite gewährt wird, ist sehr gering und reicht bei weitem nicht aus, das fehlende Einkommen abzufedern.

Ist die Berufsunfähigkeit die Folge eines Unfalls, so greift zusätzlich eine mögliche Unfallversicherung. In den meisten Fällen sind jedoch Krankheiten die Ursache, so dass man nicht mehr seiner Arbeit ganz- oder teilweise nachgehen kann. Gerade bei Familien sollte die Absicherung des Hauptverdieners oberste Priorität haben.

Einen Anspruch auf eine sogenannten Erwerbsminderungsrente (EMR) von staatlicher Seite hat grundsätzlich jeder Arbeitsnehmer, der mindestens fünf Jahre vor Beginn der Erwerbsminderung rentenversicherungspflichtig gearbeitet und mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge geleistet hat.

Eine volle EMR erhält man, wenn man nur 0-3 Stunden täglich arbeiten kann, die halbe bei Arbeitszeiten von 3- 6 Stunden täglich.

Bitte beachten Sie: Wenn Sie einen Beamtenstatus besitzen, so können Sie sich auch gegen die sogenannte Dienstunfähigkeit absichern.

Empfehlenswert ist eine Berufsunfähigkeitsabsicherung bereits in jungen Jahren, zumal die eigene Krankenhistorie in der Regel noch gering ist und Sie keine Leistungsausschlüsse riskieren und die Beiträge geringer sind als im fortgeschrittenen Alter.

Beachten Sie: Sollten Sie selbständig tätig sein, so ist Ihnen dringend eine entsprechende Absicherung anzuraten, da Sie im Ernstfall in der Regel keinerlei Leistung aus den Sozialversicherungssystemen zu erwarten haben.

Die EMR beträgt im Schnitt ca. 716,- EURO und muss auch versteuert werden.

Bevor Sie eine Berufsunfähigkeitsabsicherung abschließen, sollten Sie am besten mit einem fachkundigen Berater Ihre individuelle Versorgungslücke berechnen. Diese hängt von Ihren persönlichen Lebensumständen ab. Sie müssen überlegen, welche Summe erforderlich ist, um Ihren Mindestlebensstandard und eventuelle Verpflichtungen (evtl. Unterhaltsleistungen) weiterhin zu gewährleisten.

  • Kosten für das Wohnen
  • Kosten für eine Altersvorsorge
  • Höhe der Unterhaltsleistungen, Ausbildungskosten für Unterhaltsberechtigte
  • Höhe der laufenden Verpflichtungen wie Kredite, Versicherungsbeiträge etc.

Bitte beachten Sie: Bei einer dauerhaften schwerwiegenden Erkrankung können zusätzliche Kosten wie Pflegekosten oder eine Haushaltshilfe notwendig sein.
Die konkrete Lücke ist die Differenz zwischen Ihrem derzeitigen Nettoeinkommen und eventuellen gesetzlichen Ansprüchen.

Als Orientierungsgröße gilt: 80% Ihres mtl. Nettoeinkommens aus Arbeitstätigkeit (mindestens 1.158 € – dieser Betrag stellt eine Empfehlung zur Mindestabsicherung auf Basis des Mindestlohns für eine Vollzeitstelle (aktuell 9,19 € pro Stunde x 8 Stunden x 21 Tage pro Monat abzgl. 25% Pauschale für Steuern und Sozialabgaben) dar.) + PKV-Beitrag (private Krankenkasse).